Damit Diabetes nicht auf die Augen ​​geht

Auch wenn Sie im Alltag gut sehen, kann Diabetes die Netzhaut bereits beeinträchtigen. Gerade deshalb sind regelmäßige augenärztliche Kontrollen so wichtig: Sie helfen, Veränderungen früh zu entdecken.

 

Erschienen am: 13.05.2026

Wer Diabetes hat, sollte seine Augen nicht erst dann kontrollieren lassen, wenn das Sehen schon schlechter wird. Denn Diabetes kann die Netzhaut schädigen, oft lange, bevor Sie selbst im Alltag etwas bemerken. Gerade deshalb sind regelmäßige augenärztliche Kontrollen so wichtig: Sie helfen, Auffälligkeiten früh zu erkennen und rechtzeitig zu handeln. Der Termin bei einer Augenarztpraxis ist keine Nebensache, sondern ein wichtiger Schritt, um die eigene Sehkraft möglichst lange zu schützen.1,2,3

Warum sind regelmäßige Augenkontrollen bei Diabetes so wichtig?

Diabetische Netzhauterkrankungen wie das diabetische Makulaödem (DMÖ) bleiben in frühen Stadien oft unbemerkt, weil sie zunächst meist keine spürbaren Beschwerden verursachen. Viele Betroffene merken deshalb lange nichts davon.1,2,3

Genau deshalb ​ist der Kontrolltermin so wichtig. Er kann Veränderungen sichtbar machen, bevor Sie selbst im Alltag schon etwas bemerken. Wer regelmäßig zur Augenärztin oder zum Augenarzt geht, schafft Klarheit – und gibt sich selbst die Chance, früh zu handeln.1,2,3 Unbehandelt können Netzhauterkrankungen wie DMÖ fortschreiten und das Sehvermögen dauerhaft beeinträchtigen. 

Auch zwischen den Terminen gut hinschauen

Wenn Sie zusätzlich selbst auf Veränderungen Ihrer Sehkraft achten möchten, kann der Amsler-Gitter-Test helfen. Prüfen Sie jedes Auge einzeln. Wirken Linien plötzlich wellig, verzogen oder fehlen Teile, vereinbaren Sie bitte zeitnah einen Termin.

Hier geht’s zum Amsler-Gitter-Test

Gut zu wissen: Der Test ist eine Unterstützung für zu Hause – die augenärztliche Kontrolle ersetzt er nicht. 

Diabetes und Netzhaut: Warum frühe Kontrollen so viel bringen

Je früher Veränderungen erkannt werden, desto besser können sie eingeordnet und behandelt werden. Frühzeitige Kontrollen helfen dabei, Risiken nicht zu übersehen und die nächsten Schritte passend zur eigenen Situation zu planen.1,2,3

 

Bei Diabetes sollte die Netzhaut regelmäßig kontrolliert werden – üblicherweise einmal pro Jahr.

Wenn bereits Veränderungen an der Netzhaut bekannt sind oder Sie in Behandlung sind, gilt erst recht: Bleiben Sie bei Ihren Terminen dran.

Wann sollte man mit Diabetes zur Augenärztin oder zum Augenarzt?

  • bei Typ-2-Diabetes: gleich nachdem Sie erfahren, dass Sie Diabetes haben1
  • bei Typ-1-Diabetes: ab dem 11. Lebensjahr oder spätestens 5 Jahre nachdem Diabetes festgestellt wurde4 

Wie oft die Augen danach kontrolliert werden sollten, hängt auch von Ihrer persönlichen Situation ab – zum Beispiel davon, ob zusätzlich Bluthochdruck, Nierenerkrankungen oder stark schwankende Glukosewerte vorliegen.​1,2,3,4 

Was Sie bei der Terminvereinbarung sagen können

Sie müssen es gar nicht kompliziert machen. Dieser Satz reicht schon als guter Anfang:

„Ich habe Diabetes und möchte meine Augen kontrollieren lassen.“

Hilfreich ist außerdem, wenn Sie dazusagen, welchen Diabetes-Typ Sie haben, seit wann der Diabetes besteht, ob sich Ihr Sehen verändert hat und ob es Besonderheiten gibt. Mit diesen Informationen können Sie selbst dazu beitragen, Ihre Sehkraft zu schützen – und noch viele besondere Augenblicke zu erleben.1,2,3

Kurzes FAQ

Kann Diabetes die Augen schädigen, auch wenn ich noch gut sehe?

Ja. Diabetes kann die Netzhaut bereits beeinträchtigen, auch wenn Sie im Alltag zunächst noch keine Beschwerden bemerken. Genau deshalb sind regelmäßige Kontrollen so wichtig.

 

Wie oft sollte ich mit Diabetes zum Augenarzt?

Üblicherweise wird eine regelmäßige augenärztliche Kontrolle empfohlen. Häufig ist eine Kontrolle einmal pro Jahr sinnvoll; bei geringem Risiko und unauffälligem Befund können nach ärztlicher Rücksprache auch längere Abstände möglich sein. Bei bestehenden Netzhautveränderungen oder zusätzlichen Risikofaktoren sind häufigere Kontrollen nötig.

 

Wann sollte die erste Kontrolle stattfinden?

Bei Typ-2-Diabetes möglichst direkt nach der Diagnose. Bei Typ-1-Diabetes ab dem 11. Lebensjahr oder spätestens 5 Jahre nach der Diagnose.

 

1 Bundesärztekammer (BÄK), Kassenärztliche Bundesvereinigung (KBV), Arbeitsgemeinschaft der Wissenschaftlichen Medizinischen Fachgesellschaften (AWMF). Nationale VersorgungsLeitlinie Typ-2-Diabetes – Langfassung. Version 3.0. 2023. www.leitlinien.de/diabetes.

 

2 Kopf S, Helbig H, Hammes HP, Lemmen KD, Bertram B. Diabetische Retinopathie und Makulopathie. Diabetol Stoffwechs. 2025;20:S325–S331. doi:10.1055/a-2592-8536.https://doi.org/10.1055/a-2592-8536

 

3 Deutsche Ophthalmologische Gesellschaft (DOG), Berufsverband der Augenärzte Deutschlands e.V. (BVA). S3-Leitlinie Spezielle Diagnostik und Therapie von Netzhautkomplikationen bei Diabetes – Langfassung. Version 1.0. 4. August 2025. AWMF-Register Nr. 045-024.https://register.awmf.org/de/leitlinien/detail/045-024

 

4 Arbeitsgemeinschaft der Wissenschaftlichen Medizinischen Fachgesellschaften (AWMF), Deutsche Diabetes Gesellschaft (DDG). S3 Leitlinie Therapie des Typ1Diabetes – Langfassung. Version 5. 2023. www.leitlinien.de/diabetes

Inhaltlich geprüft: M-DE-00030844