Wenn das Sehen plötzlich nachlässt, können Netzhauterkrankungen wie nAMD, DMÖ oder RVV dahinterstecken. In der Makula, dem Ort des schärfsten Sehens in der Netzhaut, sammelt sich Flüssigkeit an – Gesichter, Linien und Buchstaben erscheinen verschwommen oder verzerrt. In diesem Fall gilt: nicht warten, sondern handeln. Ein früher Therapiebeginn schützt Ihre Sehkraft, weil jede Woche Verzögerung das Sehvermögen verschlechtern kann.1
Schnelles Handeln bei nAMD, DMÖ und RVV
Stellen Sie sich den Ort des schärfsten Sehens in der Netzhaut wie das Display Ihres Smartphones vor: ein frischer Tropfen Wasser – ein Wisch – und alles ist klar. Wartet man zu lange, bleiben Schlieren zurück. Genauso verhält es sich bei nAMD, DMÖ und RVV: Undichte Gefäße in der Netzhaut lassen Flüssigkeit in die Makula austreten. Je schneller diese Feuchtigkeit gestoppt wird, desto besser können die empfindlichen Sehzellen am Ort des schärfsten Sehens geschützt werden.
Es ist wichtig, frühzeitig das Wachstum der krankhaften Blutgefäße und mögliche Flüssigkeiten, die sich angesammelt haben, zu reduzieren oder bestenfalls zu eliminieren. Studien zeigen, dass wenige Wochen Verzögerung den Therapieerfolg und damit die Sicherung ihres Sehvermögens deutlich mindern können. Um das zu verhindern, rät Augenärztin Dr. med. Berenike Kunzmann früh mit der Behandlung zu beginnen und konsequent an den Terminen dranzubleiben.2,3
IVOM kurz erklärt – gezielt gegen nAMD, DMÖ und RVV
Die wirksame Antwort auf diese Erkrankungen heißt intravitreale operative Medikamenteneingabe (IVOM-Therapie). Dabei wird unter Betäubungstropfen mit einer sehr feinen Nadel ein Medikament direkt in das Augeninnere gespritzt – der Ablauf dauert nur wenige Minuten. Das Ergebnis ist in der Regel eine Trocknung der Netzhaut. Eine IVOM-Therapie kann den Krankheitsverlauf verlangsamen und so Ihre Sehschärfe länger erhalten oder gar verbessern.4
„Es ist wichtig, dass Sie rechtzeitig zu Ihrer IVOM-Therapie gehen!“
Entscheidend für den Erfolg sind der frühe Therapiebeginn und der kontinuierliche Rhythmus bei den Behandlungsterminen. Gerade bei nAMD, DMÖ und RVV macht die Kontinuität oft den Unterschied zwischen einer wackeligen und einer stabilen Sehkraft.6,7
Im folgenden Video erklärt Dr. med. Berenike Kunzmann, Augenärztin in oberärztlicher Funktion, warum ein schneller Start der IVOM-Therapie so wichtig ist.
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Mit IVOM die Netzhaut trocken halten:
- Gut planen: Sprechen Sie die ersten drei Termine frühzeitig mit Ihrem Behandlungsteam ab und notieren Sie sich die Daten im Kalender. Zusätzlich können Sie sich mithilfe der Retinora App auf dem Smartphone rechtzeitig an Ihre Termine erinnern lassen.
- Unterstützung sichern: Organisieren Sie rechtzeitig eine Begleitperson und die Fahrt zu den Terminen.
- Termine wahrnehmen: Wenn doch mal etwas dazwischenkommt, melden Sie sich sofort in der Praxis – häufig lassen sich Ersatztermine kurzfristig vereinbaren. Jeder pünktliche Termin ist ein wichtiger Schutzbaustein für Ihre Sehkraft.
„Je früher, desto besser – und dranbleiben lohnt sich.“
„Ich möchte anderen mitgeben, dass es superwichtig ist, die Therapie durchzuhalten. Dass sie dranbleiben, den Kopf nicht in den Sand stecken und den Mut nicht verlieren. Die Therapie ist kein Zuckerschlecken, man gewöhnt sich auch nicht daran, und dennoch ist es extrem wichtig durchzuhalten.
Renate, DMÖ-Patientin, über ihre Therapie
Die ganze Geschichte von Renate, ihrer DMÖ-Erkrankung und ihrer IVOM-Therapie erfahren Sie hier im Video.
Gut zu wissen – Antworten auf häufige Sorgen
Mit Betäubungstropfen spüren die meisten Betroffenen nur einen kurzen Druck oder ein leichtes Pieksen. Die Behandlung dauert nur wenige Minuten.
Bitte melden Sie sich schnellstmöglich in der Praxis. Ein schneller Ersatztermin verhindert, dass die Flüssigkeit zurückkehrt und sich Ihre Sehkraft verschlechtert.
Schon kurze Verzögerung können den Therapieerfolg deutlich mindern.1 Früh starten und jeden Termin einhalten erhöht die Chance, Ihre Sehkraft zu erhalten oder zu verbessern.
Ihr nächster Schritt: Notieren Sie offene Fragen, rufen Sie Ihre Praxis an und vereinbaren Sie einen Termin. So bleibt Ihr „Display“ klar – für Gesichter, Wege und Begegnungen, die Ihr Leben ausmachen.
Quellen
- Hammon, M. et al. (2021). Das Hamburger QIVOM-Register zur IVOM-Therapie – Versorgungsrealität und visuelle Erfolge bei Netzhauterkrankungen. Retina, 41(3), 567-574.
- Ergebnisse der Albatros-Studie – Lebensqualität und Visus bei IVOM-Therapie. Sehen im Alter Fachtagung, Hamburg 2024.
- Amoaku, W. M. K. et al. (2021). Vision Loss and Treatment Delays in Neovascular Age-Related Macular Degeneration: A Global Perspective. Ophthalmology, 128(9), 1360-1371.
- Wolfram, C., & Schargus, M. (2022). Das Hamburger Register für intravitreale Injektionstherapien (QIVOM) doi.org/10.1007/s00347-021-01454-w
- Schmidt-Erfurth, U., et al. (2014). Anti-VEGF therapy for neovascular age-related macular degeneration. Ophthalmology, 121(2), 273-288.
- Mitchell, P. et al. (2018). Ranibizumab for Neovascular Age-Related Macular Degeneration. New England Journal of Medicine, 355, 1419-1431.
- Wells, J. A., et al. (2020). Real-world adherence to intravitreal injections in retinal diseases: A systematic review. Retina, 40(11), 2051-2062.
Inhaltlich geprüft: M-DE-00029398