Spritzentherapie: Belastungen rund um die Behandlung
Für Menschen mit einer Netzhauterkrankung gehören regelmäßige Termine in der Augenarztpraxis zum Alltag. Anfahrt und Untersuchungen können jedoch Zeit und Energie kosten. Wie lässt sich damit umgehen?
Patientin Regina Grams und ihr behandelnder Augenarzt Dr. med. Christian Brinkmann sprechen darüber, wie sie die langfristige Therapie erlebt, welche Rolle Behandlungsabstände spielen und warum es wichtig ist, dranzubleiben.
Erschienen am: 11.09.2026
Regina Grams wird seit 2019 wegen einer feuchten altersabhängigen Makuladegeneration (nAMD) mit einer IVOM-Therapie behandelt. Im Video erzählt sie, wie sie ihren Spritzentag organisiert und warum größere Abstände zwischen den Behandlungsterminen für sie eine Erleichterung sind.
Dr. Brinkmann berichtet, dass häufige Arztbesuche auch für andere Betroffene und ihre Angehörigen mit Aufwand verbunden sein können – etwa durch lange Anfahrtswege, Begleitung oder Wartezeiten. Geht es Ihnen ähnlich? Bleiben Sie im Gespräch mit Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt. Gemeinsam können Sie immer wieder schauen: Passt die Behandlung noch zu Ihrer persönlichen Situation? Fühlen Sie sich mit ihr wohl? Und lässt sie sich gut in Ihren Alltag integrieren?
Das erfahren Sie im Video
- wie Regina Grams ihren Behandlungstag vorbereitet und erlebt
- welche Belastungen mit sehr häufigen Spritzen- und Kontrollterminen verbunden sein können
- warum längere Abstände zwischen den Terminen den Alltag erleichtern können
- weshalb es so wichtig ist, die Behandlung trotzdem konsequent fortzuführen
- warum der Austausch mit dem Behandlungsteam wichtig ist und es helfen kann, regelmäßig gemeinsam zu prüfen, wie gut die Behandlung noch zum eigenen Alltag passt
Warum können häufige Spritzen ins Auge belastend sein?
Bei einer IVOM – der intravitrealen Medikamenteneingabe – wird ein Medikament direkt in den Glaskörper des Auges gegeben. Bei einer nAMD sind wiederholte Behandlungen und Kontrolltermine notwendig.
Dabei wird nicht nur die Spritze als belastend empfunden. Neben der Behandlung selbst, können auch Anfahrt, Wartezeiten, die Organisation einer Begleitperson oder die Anspannung vor dem Eingriff eine Rolle spielen und belastend sein.
Regina Grams hat für sich einen festen Ablauf gefunden: Sie bereitet sich am Vortag auf ihren Termin vor und plant danach bewusst Ruhe ein.
Können die Abstände zwischen den Spritzen länger werden?
Je nach Verlauf der Erkrankung und Medikament kann die Wirkung der regelmäßigen Injektion bestenfalls bis zu 16 Wochen und länger anhalten, bis eine Wiederholung der Spritze erforderlich ist.1
Für Regina Grams bedeuten längere Abstände vor allem mehr Freiraum im Alltag. Entscheidend ist jedoch die konsequente Behandlung, um die Sehkraft bestmöglich zu erhalten.
Auch wenn Sie merken, dass Ihnen die Behandlung zunehmend schwerfällt oder Sie unsicher sind, ob sie noch gut zu Ihrem Alltag passt, sollten Sie das ansprechen. Welche Behandlung für Sie geeignet ist, besprechen Sie gemeinsam mit Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt. Mehr zum Thema Therapiewechsel, erfahren sie hier.
Was hilft, die IVOM-Behandlung im Alltag zu bewältigen?
Ein fester Ablauf kann helfen, wiederkehrende Termine besser zu organisieren. Wenn Ihnen zum Beispiel die Anfahrt, häufige Termine oder die Anspannung vor der Spritze schwerfallen, sprechen Sie mit Ihrem Behandlungsteam darüber. Gemeinsam lässt sich klären, was Ihnen den Behandlungsalltag erleichtern kann und welche Behandlungsabstände bei Ihrem persönlichen Krankheitsverlauf möglich sind.
Dabei darf es auch darum gehen, regelmäßig zu prüfen: Kommen Sie mit Ihrer Behandlung gut zurecht? Fällt es Ihnen schwer, dranzubleiben? Gibt es etwas, das Sie belastet oder verunsichert? Gemeinsam können Sie besprechen, ob Ihre aktuelle Behandlung weiterhin gut zu Ihrer Erkrankung und zu Ihrer persönlichen Situation passt.
Inhaltlich geprüft: M-DE-00032231
1Khanani AM et al. TENAYA and LUCERNE: Two-Year Results from the Phase 3 Neovascular Age-Related Macular Degeneration Trials of Faricimab with Treat-and-Extend Dosing in Year 2. Ophthalmology. 2024;131(8):914-926. https://doi.org/10.1016/j.ophtha.2024.02.014
